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Ausgemistet - und jetzt? 9 Wege, Kleidung sinnvoll weiterzugeben

  • Karin Pfisterer
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Du hast es geschafft, du hast einige Entscheidungen getroffen und bist bereit, dich von Kleidungsstücken zu trennen. Herzlichen Glückwunsch! Doch jetzt stellt sich dir vielleicht die Frage: Wie geht es weiter? Wohin damit? Denn nicht jedes Stück ist automatisch „spendbar“. Der wichtigste Schritt ist deshalb ein ehrliches Hinschauen: In welchem Zustand ist das Teil wirklich?


Hier findest du 9 Möglichkeiten für deine ausgemusterten Klamotten mit konkreten Angaben, in welchem Zustand sie jeweils dafür sein sollten:


1. Weitergeben im Freundes- oder Familienkreis

Gut erhaltene Kleidung kann dort landen, wo sie wirklich gebraucht und gewollt ist. Mein Tipp: Biete nur das an, was du selbst gern übernehmen würdest – alles andere erzeugt Druck. Am einfachsten geht das mit Baby- und Kinderkleidung, denn meist sind die Kids herausgewachsen. Bei Kleidung für Erwachsene ist das schon etwas schwieriger, aber machbar.


2. Kleidertausch (privat oder organisiert)

Kleidertauschen macht Spaß, ist nachhaltig und sorgt dafür, dass Jeans & Co. wieder in Umlauf kommen, statt im Schrank zu veralten. Bitte beachte dabei, dass

  • die angebotene Kleidung noch zeitgemäß (oder Vintage) und tragbar ist

  • du offen für Überraschungen bist

Nicht alles muss getauscht werden – weniger ist oft mehr.


3. Secondhand verkaufen (bewusst & begrenzt)

Online-Plattformen oder lokale Secondhand-Läden eignen sich für:

  • hochwertige Stücke

  • zeitlose Klassiker

  • gut erhaltene Markenware

Wichtig: Setze dir eine zeitliche Grenze. Wenn es sich nicht verkauft, darf es weiterziehen.


4. Spenden – aber gezielt

Spenden ist sinnvoll, wenn die Kleidung:

  • sauber und intakt ist

  • der Zielgruppe entspricht (Jahreszeit, Alltagstauglichkeit)

Am besten:

  • lokale Sozialkaufhäuser

  • Kleiderkammern

  • Wohltätigkeitsläden

  • konkrete Initiativen vor Ort


👉 Informiere dich am besten vorher, was wirklich gebraucht wird.


5. Textilcontainer – mit realistischen Erwartungen

Textilcontainer sind keine Garantie für Weiterverwendung. Ein Teil wird weiterverkauft, vieles wird zu Putzlappen oder Recyclingmaterial verarbeitet, achte auf seriöse Anbieter wie z.B. DRK, FairWertung, Malteser

Fazit: Besser als in den Restmüll – aber nicht die erste Wahl für gute Kleidung.


Vielelicht hast du es auch schon bemerkt? Textilcontainer gibt es in letzter Zeit immer weniger. Das liegt unter anderem daran, dass immer mehr minderwertige Ware aus der (Ultra-)Fast-Fashion-Industrie in den Sammelbehältern landet und die Textilverwerter selbst inzwischen Probleme haben, den Ramsch zu verkaufen oder weiterzuverarbeiten. Dazu erscheint in Kürze ein eigener Blogbeitrag auf dieser Seite.


6. Reparieren oder umarbeiten

Manche Teile brauchen kein „Weg“, sondern ein „Anders“:

  • Knöpfe ersetzen durch andere (z.B. witzige, bunte, hochwertigere)

  • Löcher stopfen, mit Flicken verzieren oder mit aufgestickten Blumen verschönern

  • Reißverschlüsse reparieren

  • kürzen

  • Borte an Hosensäume nähen

  • färben

🧵 Lass dir gerne helfen von Änderungsschneidereien, Internet-Tutorials, Büchern, Freunden, in Reparatur-Cafés. Es gibt aktuell so viele Möglichkeiten. Und zusammen macht alles bekanntlich mehr Spaß.


7. Upcycling - pragmatisch, nicht perfekt

Hier gibt es unzählige Möglichkeiten für Leute, die schon ein bisschen nähen können oder es lernen möchten. Handarbeiten ist übrigens wieder voll im Trend. Hier einige Beispiele:

  • Röcke oder Kleider aus alten Krawatten

  • Taschen aus alten Jeans

  • Jeans zu Shorts kürzen

  • Umgearbeitete Herrenhemden

  • Und auch nicht alles muss Kleidung bleiben.

🧵 Auch hier gilt: Lass dich inspirieren von Büchern, Internet-Tutorials, Freunden, bei Nähtreffs, in Kursen bei der Volkhochschule ...


8. Bewusst entsorgen

Stark beschädigte, verschlissene oder verschmutzte Kleidung darf gehen. Nicht alles lässt sich retten – und das ist okay.

Wichtig: Bewahre nicht aus schlechtem Gewissen Dinge auf, die längst Müll sind.


9. Weniger weitergeben – mehr Verantwortung übernehmen

Der nachhaltigste Schritt passiert bereits vor dem Aussortieren:

  • bewusster einkaufen

  • Qualität vor Quantität

  • weniger Trends, mehr Lieblingsstücke


Aussortieren endet nicht beim Loslassen. Es geht darum, dass wir Verantwortung übernehmen – für das, was wir besitzen, und für das, was wir künftig in unser Leben lassen.

Nicht jedes Kleidungsstück braucht ein perfektes Weiterleben. Aber jede bewusste Entscheidung verändert unseren Umgang mit Kleidung.


Nachhaltigkeit zeigt sich nicht im perfekten System, sondern in ehrlichen Entscheidungen.

Danke fürs Lesen.

Bewusste Entscheidungen beginnen oft ganz leise.


Karin Pfisterer

STARKER STOFF

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